|
Werbung 1916:

25er Block, Preis: 1 Mark

Sammelheft (Größe (BxH): 24,3 x 21,5 cm)

Einzahlschein


|
Zweck und Ziel des
„Luftfahrerdank“ e.V.
(Auszug, 1916)
…
Der „Luftfahrerdank“ wurde im Jahre 1913 vom General der Infanterie Freiherr von der Goltz ins Leben gerufen als eine Zusammenfassung der mannigfachen Bemühungen, die seit dem Jahre 1911 von den verschiedensten Seiten zur Schaffung von Luftfahrerfürsorge-Einrichtungen unternommen waren in der Erkenntnis, dass die Heranbildung eines tüchtigen verantwortungsstarken Führerersatzes und damit für die dauernde Erhaltung der höchsten Leistungsfähigkeit der deutschen Luftfahrt die ausreichende Fürsorge für ihre Opfer eine unabweisbare Forderung sei.
Die Schaffung einer solchen Stelle, durch die zunächst durch einmalige oder laufende Unterstützungen verunglückte Flieger und Luftschiffer, als auch deren Witwen und Waisen wenigstens vor äußerster Not bewahrt werden konnten, war um so notwendiger, als jede staatliche Einrichtung derart bisher fehlte, und auch die private Unfallversicherung entweder durchaus unzureichend, oder nur durch einen Prämienaufwand zu erlangen war, der praktisch den Fliegern diese Art der Selbstfürsorge unmöglich machte. In letzterer Hinsicht konnte erst die National-Flugspende dank ihrer reichen Mittel wirksame Abhilfe schaffen durch Übernahme eines großen Teils der Kosten der Versicherung, so dass die Flieger selbst nur einen geringen, sie nicht zu schwer belastenden Prämienanteil zu zahlen haben. Nach Verbrauch ihrer Mittel erwartet die National-Flugspende vom Luftfahrerdank, der bereits jetzt einen Teil der Versicherungskosten übernommen hat, allein die Fortführung diese wichtigen Teils der Luftfahrerfürsorge. Deshalb müssen die hierfür erforderlichen Mittel rechtzeitig sichergestellt werden.
Neben der Versicherung und der Unterstützung mit Barmitteln wird die Luftfahrerfürsorge weiter dadurch angestrebt, dass bei Stadtverwaltungen, öffentlichen und privaten Heil- und Kuranstalten, Badeverwaltungen, Sanatorien und Ärzten für verunglückte Luftfahrer, wenn möglich, freie Aufnahme, Verpflegung und Behandlung, sonst aber solche zu ermäßigten Sätzen erwirkt wird. In hochherziger Weise sind diesem Rufe viele gefolgt, halten Freibetten zur Verfügung oder gewähren sonstige Vergünstigungen.
Schließlich wird eine juristische Auskunftsstelle allen in der Not des Rates bedürftigen Luftfahrern solcher nach jeder Richtung hin erteilt, und in Verbindung hiermit wird versucht, durch eine Stellenvermittlung vor allem den durch Unfall an der weiteren Ausübung ihres Berufs verhinderten Luftfahrern oder den Angehörigen tödlich Verunglückter durch Zuweisung geeigneter Tätigkeit Lebensunterhalt zu schaffen.
Die Mittel um diesen Aufgaben nur in dem allernotwendigsten Umfange gerecht werden zu können, müssen bedeutende sein. Ihre Aufbringung geschah anfangs nur durch Sammlung freiwilliger Beiträge und Veranstaltungen verschiedener Art – Vorträge, künstlerische Vorführungen, Schauflüge, Blumentage u.s.w. – durch welche gleichzeitig eine ausgedehnte Propaganda für die Bestrebungen des Luftfahrerdank gemacht wurde.
…
|